Ausgabe Deutschland

Stand: 12. September 2026

Keine Rechts- oder Energieberatung


Sanierhaus

Sanierungspflichten, Fristen und Förderung für Wohngebäude – belegt und datiert


Kosten

Dach sanieren: Kosten pro Quadratmeter

Der Quadratmeterpreis für die Eindeckung ist der kleinere Teil der Rechnung. Die Posten daneben entscheiden, ob das Budget hält.

Ein Haus beim Neudecken: Auf der linken Dachhälfte liegen noch Ziegel, rechts sind Lattung und Sparren frei, davor steht ein Gerüst, daneben ein Container für das Altmaterial. DREI POSTEN, DIE IMMER MITKOMMEN Gerüst Eindeckung Entsorgung
Schematische Zeichnung einer Dachbaustelle.
Kurz gesagt

Fachbetriebe nennen für die reine Neueindeckung 80–150 €/m², mit Aufsparrendämmung 150–350 €/m². Dazu kommen Gerüst und Entsorgung. Wichtig fürs Budget: Wer die Eindeckung samt Lattung erneuert, muss die betroffene Fläche auf 0,24 W/(m²·K) dämmen – es sei denn, die Maßnahme betrifft höchstens 10 Prozent der Bauteilgruppe.

Eine Dachsanierung fängt selten mit dem Dach an. Sie fängt damit an, dass es an der Nordseite feucht wird oder dass beim Sturm drei Ziegel auf dem Rasen liegen. Dann steht die Frage im Raum, ob man nur ausbessert oder gleich alles neu macht – und die Antwort hängt weniger am Quadratmeterpreis als an dem, was sonst noch fällig wird.

Womit Sie rechnen müssen

Dachsanierung: Preisspannen der großen Posten Spannenbalken: Neueindeckung ohne Dämmung 80 bis 150 Euro je Quadratmeter, Neueindeckung mit Aufsparrendämmung 150 bis 350 Euro, Zwischensparrendämmung 60 bis 120 Euro, Gerüst 8 bis 15 Euro je Quadratmeter Fassade, Asbest-Sonderentsorgung 30 bis 50 Euro je Quadratmeter. Neueindeckung ohne Dämmung 80–150 €/m² Neueindeckung mit Aufsparrendämmung 150–350 €/m² Zwischensparrendämmung 60–120 €/m² Gerüst, je m² Fassade 8–15 €/m² Asbest-Sonderentsorgung 30–50 €/m² 0 175 350
Branchenangaben aus zwei Fachportalen, keine Angebotspreise. Achse in Euro je m². Quelle: 42watt, Dach neu decken (März 2026), und enter (Branchenangabe), geprüft am 12.09.2026.
Daten als Tabelle
Dachsanierung: Preisspannen der großen Posten
Position Spanne in Euro je m²
Neueindeckung ohne Dämmung 80–150 €/m²
Neueindeckung mit Aufsparrendämmung 150–350 €/m²
Zwischensparrendämmung 60–120 €/m²
Gerüst, je m² Fassade 8–15 €/m²
Asbest-Sonderentsorgung 30–50 €/m²

Zwei Zahlen in dieser Liste überraschen die meisten Bauherren. Das Gerüst wird pro Quadratmeter Fassadenfläche abgerechnet, nicht pro Quadratmeter Dach, und es steht zwei bis vier Wochen. Und die Entsorgung schlägt bei asbesthaltigen Platten mit 30–50 €/m² zu Buche, zusätzlich zum normalen Container.

Welches Material welchen Unterschied macht

Eindeckmaterial: Preisspannen je Quadratmeter Spannenbalken: Bitumenschindeln 15 bis 45 Euro, Betondachsteine 20 bis 50 Euro, Tondachziegel 35 bis 70 Euro, Naturschiefer 45 bis 120 Euro je Quadratmeter, jeweils Material und Verlegung. Bitumenschindeln 15–45 €/m² Betondachsteine 20–50 €/m² Tondachziegel 35–70 €/m² Naturschiefer 45–120 €/m² 0 75 150
Material und Verlegung. Die Lebensdauer steigt mit dem Preis, aber nicht linear. Achse in Euro je m². Quelle: 42watt, Dach neu decken (März 2026) (Branchenangabe), geprüft am 12.09.2026.
Daten als Tabelle
Eindeckmaterial: Preisspannen je Quadratmeter
Position Spanne in Euro je m²
Bitumenschindeln 15–45 €/m²
Betondachsteine 20–50 €/m²
Tondachziegel 35–70 €/m²
Naturschiefer 45–120 €/m²

Bei 130 Quadratmetern Dachfläche liegen zwischen Betondachsteinen und Naturschiefer schnell 9.000 Euro. Dafür hält Schiefer, je nach Ausführung, mehrere Jahrzehnte länger. Wer ohnehin nur einmal deckt, rechnet sinnvoll in Euro pro Jahr Lebensdauer, nicht in Euro pro Quadratmeter.

Die Dämmpflicht, die niemand bestellt hat

Sobald Sie die Dachdeckung einschließlich Lattung ersetzen oder neu aufbauen, greift § 36 GModG mit Anlage 7: Die betroffene Fläche darf höchstens 0,24 W/(m²·K) haben. Das ist keine Empfehlung, sondern die Bedingung, unter der die Arbeit ausgeführt werden darf. Ausgenommen sind kleine Eingriffe, die nicht mehr als 10 Prozent der gesamten Fläche der Bauteilgruppe betreffen – ein reparierter Sturmschaden fällt also nicht darunter.

Wirtschaftlich ist das weniger dramatisch, als es klingt. Wenn das Dach ohnehin offen ist, ist die Aufsparrendämmung der günstigste Moment, den es je geben wird: Die Differenz zwischen 80–150 €/m² und 150–350 €/m² ist der Preis der Dämmung, und Sie zahlen das Gerüst nur einmal.

Was das BAFA dazugibt

Dämmmaßnahmen an der Gebäudehülle werden mit 15 % der förderfähigen Ausgaben bezuschusst, mit individuellem Sanierungsfahrplan kommen 5 % dazu – allerdings erst oberhalb von 30.000 €. Gefördert wird nur, wenn der Bauantrag mindestens fünf Jahre zurückliegt und eine Energieeffizienz-Expertin eingebunden ist (Energieeffizienz-Experte nötig). Die reine Eindeckung ohne Dämmung ist nicht förderfähig; sie zählt als Instandhaltung.

Vor dem ersten Handgriff: das Baujahr klären

Wurde vor Ende 1993 gebaut, können Wellplatten, Unterspannbahnen oder Kleber Asbest enthalten. Vor Beginn der Arbeiten müssen Sie dem ausführenden Betrieb schriftlich mitteilen, was Sie über das Gebäude wissen; die Informationspflicht nach § 5a GefStoffV gilt ausdrücklich auch privat (gilt auch privat). Bei Baubeginn nach dem 31. Oktober 1993 darf in der Regel vermutet werden, dass kein Asbest vorhanden ist. Und ein verbreiteter Irrtum: Ein Asbestzementdach darf nicht einfach überdeckt oder überbaut werden (Überdecken unzulässig). Was dann gilt, steht im Ratgeber zu Asbest.

In welcher Reihenfolge Sie vorgehen

  1. Dachfläche grob ermitteln: Grundfläche mal Faktor für die Dachneigung, die genaue Zahl liefert der Betrieb.
  2. Baujahr prüfen und Asbestverdacht klären, bevor Sie Angebote einholen.
  3. Drei Angebote mit gleichem Leistungsverzeichnis einholen, Gerüst und Entsorgung getrennt ausweisen lassen.
  4. Energieeffizienz-Experten einbinden und den Förderantrag stellen, bevor der Vertrag wirksam wird.
  5. Erst dann beauftragen. Wer Angebote aus der Region sucht, kann sie hier anfordern.