Sanierungspflichten, Fristen und Förderung für Wohngebäude – belegt und datiert
Kosten
Dachdämmung: Kosten je Quadratmeter und Förderung
Zwischen der billigsten und der teuersten Variante liegt der Faktor acht. Beide erfüllen die Pflicht – nur nicht am selben Bauteil.
Stand: · Lesezeit 6 Minuten
Wo die Dämmung sitzt, entscheidet über den Preis: Nur die oberste Lage verlangt ein neues Dach. Schematische
Zeichnung.
Kurz gesagt
Die oberste Geschossdecke zu dämmen kostet laut Branche 30–60 €/m²↗, wenn der Dachboden
ungenutzt bleibt. Eine Aufsparrendämmung mit neuer Eindeckung liegt bei 150–250 €/m²↗. Pflicht
ist bei Ein- und Zweifamilienhäusern nach einem Eigentümerwechsel nur die Decke, mit
0,24 W/(m²·K)↗; das Dach ist die freiwillige, teurere Alternative. Das BAFA zahlt
15 %↗ Zuschuss.
Der wichtigste Satz zur Dachdämmung steht nicht in einer Preistabelle, sondern in § 35 GModG: Die Pflicht
betrifft die oberste Geschossdecke, und sie gilt als erfüllt, wenn stattdessen das Dach gedämmt ist
(Dach statt Decke möglich↗). Wer nur die Pflicht erfüllen will, dämmt also den Dachboden. Wer den Raum darunter
ausbauen möchte, dämmt das Dach – und zahlt ein Vielfaches.
Was die Varianten kosten
Branchenangaben eines Sanierungsdienstleisters. Die Flächen unterscheiden sich: Dachfläche ist größer als Deckenfläche.
Achse in Euro je m². Quelle: enter, Dachdämmung Kosten (Branchenangabe), geprüft am 12.09.2026.
Daten als Tabelle
Dachdämmung: Preisspannen je Quadratmeter
Position
Spanne in Euro je m²
Aufsparrendämmung mit neuer Eindeckung
150–250 €/m²
Zwischensparrendämmung
60–120 €/m²
Untersparrendämmung, ergänzend
30–80 €/m²
Oberste Geschossdecke, begehbar
50–100 €/m²
Oberste Geschossdecke, nicht begehbar
30–60 €/m²
Der Vergleich hat einen Haken, den Preistabellen gern verschweigen: Die Dachfläche eines Satteldachs ist je nach
Neigung ein Drittel größer als die Grundfläche darunter. Hundert Quadratmeter Geschossdecke entsprechen also eher
130 Quadratmetern Dach. Rechnen Sie die Varianten deshalb nie nur im Quadratmeterpreis gegeneinander, sondern
immer in der Gesamtsumme.
Welcher U-Wert verlangt wird
Für die Nachrüstung der obersten Geschossdecke gilt 0,24 W/(m²·K)↗. Wird stattdessen das Dach
gedämmt, weil die Eindeckung ohnehin erneuert wird, verlangt Anlage 7 denselben Wert: 0,24 W/(m²·K)↗.
Das Gesetz kennt die Praxis. Wenn die Dämmschichtdicke aus technischen Gründen begrenzt ist – etwa zwischen
Sparren mit geringer Höhe –, gilt die Anforderung als erfüllt, wenn die höchstmögliche Dicke mit einer
Wärmeleitfähigkeit von 0,035 W/(m·K)↗ eingebaut wird. Bei Einblasdämmstoffen und nachwachsenden
Rohstoffen genügen 0,045 W/(m·K)↗. Praktisch heißt das: Ein Altbau mit 14 Zentimeter hohen
Sparren wird nicht rechtswidrig, nur weil dort keine 24 Zentimeter hineinpassen.
Wann die Pflicht entfällt
Bei selbst bewohnten Häusern mit höchstens zwei Wohnungen entfällt die Nachrüstung, soweit sich die Kosten nicht
in angemessener Frist durch die Einsparung erwirtschaften lassen (Wirtschaftlichkeitsvorbehalt↗). Bei einer
eingeblasenen Dämmung für 30–60 €/m²↗ wird dieser Nachweis schwer zu führen sein.
Daneben bleibt der förmliche Weg: Befreiung auf Antrag↗ bei der zuständigen Behörde.
Ob eine Ausnahme greift, entscheidet die Behörde. Diese Seite ist keine Rechts- oder Energieberatung.
Was der Zuschuss bringt
Höchstgrenze der förderfähigen Ausgaben: 30.000 Euro je erste Wohneinheit, mit iSFP-Bonus 60.000 Euro.
Quelle: BAFA, Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle (amtlich), geprüft am 12.09.2026.
Daten als Tabelle
BAFA-Zuschuss für Dämmmaßnahmen an der Gebäudehülle
Position
Wert in Prozent
Grundförderung Gebäudehülle
15 %
iSFP-Bonus, nur oberhalb von 30.000 €
5 %
Ein Rechenbeispiel mit angenommenen Kosten: Kostet die Aufsparrendämmung eines 130-Quadratmeter-Dachs 26.000
Euro, liegen Sie unter der Höchstgrenze von 30.000 €↗ und unter der Bonusschwelle. Es
bleiben 15 %↗, also 3.900 Euro. Erst oberhalb von 30.000 €↗
greift der iSFP-Bonus, und zwar nur auf den übersteigenden Teil – bei 45.000 Euro Kosten also auf 15.000 Euro.
Wie sich das rechnet, steht im iSFP-Ratgeber.
Zwei Formalien entscheiden über den Zuschuss: Das förderfähige Mindestinvestitionsvolumen liegt bei
300 € brutto↗, und der Bauantrag muss mindestens fünf Jahre↗ zurückliegen. Für
besonders schlechte Gebäude ist zusätzlich ein Bonus angekündigt, voraussichtlich Q1 2027↗.
Die Entscheidung in drei Fragen
Soll der Dachboden je bewohnt werden? Wenn nein, dämmen Sie die Decke und sind fertig.
Ist die Eindeckung ohnehin am Ende? Dann ist die Aufsparrendämmung der günstigste Moment.
Bleibt der Raum ausgebaut, aber das Dach dicht? Dann bleibt die Zwischensparrendämmung von innen, laut Branche
60–120 €/m²↗, oft ergänzt um eine Untersparrenlage.