Ausgabe Deutschland

Stand: 12. September 2026

Keine Rechts- oder Energieberatung


Sanierhaus

Sanierungspflichten, Fristen und Förderung für Wohngebäude – belegt und datiert


Kosten

Fassadendämmung: Kosten, Pflicht und Zuschuss

Zwischen der günstigsten und der teuersten Lösung liegt das Zwölffache. Welche infrage kommt, entscheidet die Wand, nicht das Budget.

Drei Wandaufbauten im waagerechten Schnitt: links eine zweischalige Wand mit gefülltem Hohlraum, in der Mitte ein Wärmedämmverbundsystem mit Dämmplatte und Putz, rechts eine hinterlüftete Vorhangfassade mit Luftspalt und Bekleidung. WANDAUFBAU IM SCHNITT – AUSSEN LINKS, INNEN RECHTS Kerndämmung nur bei zweischaliger Wand WDVS Dämmplatte, Gewebe, Putz Vorhangfassade mit hinterlüftetem Luftspalt Luft
Schematischer Wandschnitt, nicht maßstäblich.
Kurz gesagt

Die Gesamtkosten einer Fassadendämmung im Altbau liegen laut einer gemeinnützigen Beratungsgesellschaft bei 25–300 €/m². Den Ausschlag gibt das System: Kerndämmung 25–60 €/m², WDVS 160–200 €/m², hinterlüftete Vorhangfassade 180–300 €/m². Wer dämmt oder den Außenputz erneuert, muss 0,24 W/(m²·K) einhalten. Der Zuschuss beträgt 15 %.

Anders als beim Dach gibt es an der Fassade keine Nachrüstpflicht, die von selbst zuschlägt. Die Pflicht entsteht erst, wenn Sie etwas tun: dämmen, verkleiden oder den Außenputz erneuern. Dann allerdings gilt sie sofort, und zwar für die betroffene Fläche.

Welches System zu welcher Wand passt

Fassadendämmung: Preisspannen je Quadratmeter Spannenbalken: Kerndämmung 25 bis 60 Euro je Quadratmeter, Wärmedämmverbundsystem 160 bis 200 Euro, hinterlüftete Vorhangfassade 180 bis 300 Euro je Quadratmeter, jeweils Dämmstoff und Montage. Kerndämmung im Hohlraum 25–60 €/m² Wärmedämmverbundsystem 160–200 €/m² Hinterlüftete Vorhangfassade 180–300 €/m² 0 150 300
Dämmstoff und Montage im Altbau. Gerüst und Nebenarbeiten kommen hinzu. Achse in Euro je m². Quelle: co2online, Übersicht Fassadendämmung (Branchenangabe), geprüft am 12.09.2026.
Daten als Tabelle
Fassadendämmung: Preisspannen je Quadratmeter
Position Spanne in Euro je m²
Kerndämmung im Hohlraum 25–60 €/m²
Wärmedämmverbundsystem 160–200 €/m²
Hinterlüftete Vorhangfassade 180–300 €/m²

Die günstigste Variante setzt eine zweischalige Wand mit nutzbarem Hohlraum voraus, wie sie im Norden Deutschlands verbreitet ist. Der Dämmstoff wird eingeblasen, das Gerüst entfällt oft, die Fassade bleibt, wie sie ist. Steht diese Möglichkeit nicht offen, bleibt das Wärmedämmverbundsystem als Standardlösung oder die Vorhangfassade, wenn die Optik erhalten oder die Wand belüftet bleiben soll. Zum Gerüst rechnen Sie 8–15 €/m².

Der U-Wert, der dabei einzuhalten ist

Bringen Sie Bekleidungen, Verschalungen oder Dämmschichten auf die Außenseite einer bestehenden Wand auf oder erneuern Sie den Außenputz, darf die betroffene Fläche höchstens 0,24 W/(m²·K) haben. Das steht in Anlage 7 zu § 36 GModG. Für Fenster, die im selben Zug getauscht werden, gilt 1,3 W/(m²·K).

Die Ausnahme ist die wichtigste Zahl dieses Abschnitts: Änderungen, die nicht mehr als 10 Prozent der gesamten Fläche der jeweiligen Bauteilgruppe betreffen, sind ausgenommen. Wer eine Wetterseite ausbessert, löst also keine Dämmpflicht aus. Wer den Putz am ganzen Haus erneuert, schon.

Ob Ihre Maßnahme unter die Zehn-Prozent-Grenze fällt, rechnet die Fachplanung aus. Diese Seite ist keine Rechts- oder Energieberatung.

Was gefördert wird

Förderfähige Ausgaben je erste Wohneinheit Balkendiagramm: ohne individuellen Sanierungsfahrplan werden Ausgaben bis 30.000 Euro je erster Wohneinheit berücksichtigt, mit iSFP-Bonus bis 60.000 Euro. Förderfähige Ausgaben ohne iSFP 30.000 € Förderfähige Ausgaben mit iSFP-Bonus 60.000 €
Auf diese Beträge wird der Fördersatz angewandt, nicht auf die gesamte Rechnung. Quelle: BAFA, Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle (amtlich), geprüft am 12.09.2026.
Daten als Tabelle
Förderfähige Ausgaben je erste Wohneinheit
Position Wert in Euro
Förderfähige Ausgaben ohne iSFP 30.000 €
Förderfähige Ausgaben mit iSFP-Bonus 60.000 €

Der Fördersatz beträgt 15 %, mit individuellem Sanierungsfahrplan kommen 5 % hinzu – seit Juli 2026 aber nur noch auf den Teil oberhalb von 30.000 €. Eine Fassade ist die Maßnahme, bei der sich das am ehesten lohnt: Bei 150 Quadratmetern und einem WDVS im mittleren Bereich sind Sie schnell über dieser Schwelle. Voraussetzungen bleiben die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten (Energieeffizienz-Experte nötig), ein Bauantrag, der mindestens fünf Jahre zurückliegt, und ein Mindestvolumen von 300 € brutto. Angekündigt ist zusätzlich ein Bonus für besonders schlechte Gebäude, voraussichtlich Q1 2027.

Vier Fragen vor dem Angebot

  1. Ist die Wand zweischalig? Ein Endoskop im Bohrloch beantwortet das in zehn Minuten.
  2. Steht Putz oder Anstrich ohnehin an? Dann rechnen Sie die Dämmung gegen die Sowieso-Kosten.
  3. Wie viel Fläche wird angefasst? Unter zehn Prozent gilt die U-Wert-Pflicht nicht.
  4. Passt die Maßnahme in einen Fahrplan? Der Bonus greift erst oberhalb von 30.000 Euro.

Wenn Dach und Fassade zusammen anstehen, lohnt der Blick auf die Reihenfolge: Beide Maßnahmen teilen sich das Gerüst. Die Zahlen dazu stehen im Dach-Ratgeber.